Wurzeln und Flügel

Buchrezension und Verlosung „Papa kann auch stillen“

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„Och nee, nicht noch ein Elternselbsterfahrungsbuch!“ war mein erster Gedanke. Und dann mit so einem Quatsch-Titel „Papa kann auch stillen“. Wollen die mich veräppeln? Aber es interessiert mich ja schon, wie das Autoren-Paar Stefanie Lohaus (freie Journalistin und Herausgeberin Missy Magazine) und Tobias Scholz (Soziologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter) zu gleichen Anteilen „Kind, Job & Abwasch unter einen Hut bekommen“. Schließlich sind wir selbst auf der Suche nach einem geeigneten Modell, Haushalt, Familie und Beruf zu vereinbaren, so dass es sich für alle gut anfühlt. Im Gegensatz zu uns, nähern sich die Autoren nicht im Try & Error Verfahren…

An der Konkretisierung ihres „50/50-Prinzips“ arbeiten die beiden bereits während ihrer Schwangerschaft. Nach demselben Prinzip teilen sie sich die Erstellung des Buches. Jedes Thema wie z.B. Wunsch nach einer gemeinsamen Familie, Geburt, Wiedereinstieg in den Job etc. wird von beiden aus ihrer jeweiligen Perspektive beschrieben. Der Text ist eher umgangssprachlich und humorvoll geschrieben, was einerseits Nähe zu den Autoren zaubert und andererseits die Lektüre leicht macht (genau das Richtige für müde Eltern!). Ihre Thesen untermauern die Autoren mit Ergebnissen aus zahlreichen Studien auf unterhaltsame Art und Weise. Somit erhält das Buch das notwendige Gewicht, um als mehr als ein Elternselbsterfahrungsbuch zu gelten.

Lange habe ich überlegt, ob es etwas zu bemängeln gibt und nichts gefunden. Allerhöchstens eine Anregung vor dem Hintergrund der Schwangerschafts- und später Stilldemenz habe ich. Ein Gesprächsleitfaden, eine Art Check- oder Fragenliste würde mich im Gespräch unterstützen, ohne das ganz Buch noch einmal durchblättern zu müssen bzw. vor dem Gespräch fein säuberlich exzerpiert haben zu müssen.

Als Frau freue ich mich besonders über Einblicke in die Gedankenwelt eines Mannes – auch wenn am Rande Fußballgeschichten einfließen. Vom Aufbau her ähnelt es dem Buch „Kinderkacke“ von Julia Heilmann und Thomas Lindemann. Inhaltlich geht es weit darüber hinaus und trägt meines Erachtens das Potential in sich, für gesellschaftspolitischen Diskussionsstoff zu sorgen. Spätestens nach dem Vorwort (!) bin ich überzeugt, das Buch bietet werdenden und jungen Eltern einen großen Mehrwert. Ohne Anspruch auf Richtigkeit bzw. ohne Ratgebercharakter zeigt es ein anderes Modell für die gleichberechtigte Elternschaft.

Ein ca. zehnminütiges Interview mit Stefanie Lohaus und Tobias Scholz könnt Ihr Euch in der Mediathek des rbb anschauen.

Um das Buch „Papa kann auch stillen“ bei mir gewinnen zu können, hinterlasst einen Kommentar und erzählt mir, wer bei Euch für Kind, Job & Abwasch verantwortlich ist, wie es Euch damit geht und was Ihr ändern wollen würdet. Die Verlosung endet am 28. Februar 2015. Die GewinnerIn wird per Kommentar unter Ihrem Kommentar bekannt gegeben. Viel Glück!

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4 Kommentare zu “Buchrezension und Verlosung „Papa kann auch stillen“

  1. Also bei mir ist das so, dass mein Mann Haushalt, kochen und Kinder mit allen Terminen übernommen hat und das in Vollzeit, während ich mit Herzblut meinem Job nachgehe.
    Ich wünschte mir manchmal ein wenig mehr Zeit für die Familie, aber das geht dann leider doch nicht so. Ich bin aber auch nicht so die klassische Glucken-Mami. Ich genieße meine Zeit für mich und dann aber auch meine Zeit mit den Kindern. 50/50 ist super, aber auch durch Doppelbelastungen hin und wieder – wenn man nicht frei über seine Arbeitszeit entscheiden kann – finde ich das arg schwer.
    Letztendlich muss es jedes Paar selber entscheiden – bei uns ist es so genau richtig!

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  2. Bei uns gehe ich 18 std einem klassischen Job nach, bin noch selbständig (und arbeite dort selbst und ständig), jedoch kanni ch meine Nachmittage meist mit den Kindern verbringen. Mein Mann ist Student und selbständig und übernimmt die Fahrdienste und Vormittage- sehr praktisch, gerade wenn ein Kind krank ist. Für uns ist die Situation eigentlich prima, weil jeder seinen Freiraum hat und trotzdem viel Zeit mit den Kindern verbringen kann.
    Jede Lebenssituation erfordert unterschiedliche Modelle und es gibt weder richtig noch falsch!

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  3. Meine Tochter ist fast 3 Monate und ich bin im Genuss von einem Jahr Elternzeit. Mein Mann hat während meines Wochenbetts ca 6 Wochen den kompletten Haushalt geschmissen und toll für mich gekocht. Nun mache ich den Haushalt und er geht arbeiten. ich genieße es zur Zeit sehr, da unser Baby mich jeden Tag so fasziniert. ich merke aber oft, dass mein Mann bedingt durch das Stillen mehr Freiräume hat als ich. Er geht ab und an weg, und obwohl ich es ihm sehr gönne, fühle ich mich dann irgendwie komisch zuhause gelassen. insbesondere abends. in 9 Monaten möchte ich wieder arbeiten gehen, dann bin ich gespannt wie wir den Haushalt regeln. absprachen wer was macht werden dann wichtig sein.

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