Wurzeln und Flügel


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Mach Dein Denken zu einem Danken 22/2015

Die Tage sind derzeit prall gefüllt mit Leben. Ich genieße es, auch mal keine Zeit zum bloggen zu haben. Doch heute morgen, stehle ich mich leise aus dem Familienbett davon. Diese Woche bin ich dankbar für…

…meine Freunde. Als mein Babysitter mich versetzte und ich plötzlich mit zwei Kindern im Hinter- und manchmal auch Vordergrund eine Telefonkonferenz leiten sollte, sprang spontan eine Freundin ein und nahm mir beide Kinder ab. Das war eine klasse Erleichterung! Dem Babysitter ist es so peinlich, dass er mir eine offizielle Entschuldigungskarte geschrieben hat, eine Stunde die Kinder umsonst hüten will und eine Auswahl an Schoki überreicht hat. Wäre nicht nötig gewesen, trotzdem sehr nett.

…Klarheit besteht nun bezüglich des weiteren Behandlungsverlaufs bei meinem Großen. Die OP ist Anfang Juli geplant. Die Aufregung wird wahrscheinlich noch kommen.

…die Unterstützung durch den Europäischen Sozialfond (?). Ich bin nun stolze Besitzerin des Bildungsschecks NRW. Damit werde ich meine geplante Weiterbildung in Gewaltfreier Kommunikation mitfinanzieren.

…Geselligkeit, Spaß und Bewegung während unserer Ruderwanderfahrt in Berlin. Ich durfte als Steuerfrau neue Gewässer kennenlernen. Aus den ungewohnten Wellen in den Kanälen wurden schnell mehrere Duschen für meine Mannschaft. Mit dem Ärger über meine Fahrweise musste ich irgendwie zurecht kommen. Andererseits lerne ich auch durch Fehler… Ich bin überrascht wie grün Berlin ist. Teilweise war unsere gesamte Familie auf dem Wasser, die Kinder haben supergut mitgemacht. Am Ende war ich so ausgepowert, dass ich mich beinahe am ersten Arbeitstag krank gemeldet hätte. Viel Schlaf und Homeoffice haben letztendlich ausgereicht.

…ein Treffen mit meinen Freundinnen in reduzierter Kinderzahl. So konnten wir uns etwas ausgiebiger unterhalten. Da ich gänzlich ohne Kinder an dem Vormittag war, konnte ich die anderen ganz entspannt unterstützen.

…die sms einer Freundin. Ich weiß, dass ihr die Aufrechterhaltung einiger Kontakte zurzeit schwer fällt. Daher schätze ich diese Geste noch mehr. Für mich ist eine Rückmeldung wichtig, um zu wissen woran ich bin.

…gemeinsames Bummeln und Bedürfnissewecken mit der Familie. Jeder hat eine Kleinigkeit und mein Kaffee hat am Ende mich gefunden.

…ausgelassenes, spielerisches Feiern beim Kindergeburtstag einer Freundin für Erwachsene.

 

Meine Tops der Woche verlinke ich zu Daily Pia und Wilde Wölfin. Wie war Eure Woche? Wofür seid Ihr dankbar?


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DDR-Familiengeschichten, ausgeplaudert von der Schwiegertochter

Tief im Westen geboren und doch über die DDR erzählen wollen? Mein Mann, ein gebürtiger Thüringer, und ich führen eine „binationale“ Ehe. Dadurch kann ich mich zwar nicht komplett in seine Gefühlswelt was die DDR betrifft hinein versetzen und Erlebtes schon gar nicht bewerten, aber im Laufe der Jahre habe ich einiges mitbekommen. So möchte ich mit diesen #DDRGeschichten eine weitere Facette zu Sonjas – Mama notes Blogparade „Erzählt von der DDR! Finding Europe – Elternschaft anderswo“ beitragen.

Meine Schwiegermutti studierte und promovierte in Biologie als einzige Tochter eines Ingenieurs und Professors. Während ihrer Arbeit als Tutorin an der Universität lernte sie ihren Mann, einen Studierenden der Medizin kennen. Sein Wunschstudium konnte er erst nach einer Ausbildung verwirklichen. Als Paar hielten beide zusammen und unterstützten sich ein Leben lang, wo es nur ging. D.h. sie verdiente anfangs das Geld, um ihn in seinem Studium zu unterstützen. Auch als das erste Kind kam, waren sie auf ihr bzw. beide Gehälter angewiesen. Dass meine Schwiegermutti arbeitete, war also sozial erwünscht und notwendig für die Familie. Aus den Aussagen meines Schwiegervatis, dass er gar nicht wisse wie man Kinder wickelt und er sich, wenn er allein ist, am liebsten aus Konservendosen ernähre, schließe ich, dass Kinder und Haushalt weiterhin Frauensache waren.

Die Not macht erfindungsreich… meine Schwiegermutti bastelte sich aus Gardinen ein Tragesystem, so dass sie die Säuglinge während der (Haus-)Arbeit bei sich und die Hände frei haben konnte. Da beide Schwiegereltern Akademiker waren, erhielten sie keine staatliche Kinderbetreuung. Mein Schwager wuchs unter der Woche bei seiner Oma im Thüringer Wald auf. Sieben Jahre später, als mein Mann geboren war, waren meine Schwiegereltern noch immer auf die tatkräftige Unterstützung aus der eigenen Familie angewiesen. Wegen des kindlichen Asthmas meines Mannes zog die Familie häufig um und näherte sich nach und nach der heilsamen Ostseeluft. Bis sie vom damals stickigen Jena aus am Meer angekommen waren, wurde mein Mann als Kind regelmäßig für mehrere Monate pro Jahr u.a. an die Ostsee zur Kur geschickt. Persönliche Päckchen mit Geschenken wurden von der Kuranstalt geöffnet und die Geschenke an alle Kinder verteilt. Nach einem der letzten Kuraufenthalte erkannte er seinen Bruder nicht wieder, weil dieser sich in den wenigen Monaten durch die Pubertät stark verändert hatte. Alle litten unter den emotionalen Ausrufen: „Du bist nicht mein Bruder!“ Sie einigten sich darauf, dass er der neue Bruder wäre, aber es auf jeden Fall noch einen anderen Bruder gibt.

Mein Schwiegervati machte Karriere, Schwiegermutti kümmerte sich indes um Kinder, Haushalt und um ihre Arbeit.

Ich ziehe meinen Hut vor ihr.

 

Text geändert am 23.5.2015


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Mach Dein Denken zu einem Danken 20/2015

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Diese Woche bin ich dankbar für…

…entspannte Nachmittage zu Hause mit spielenden Kindern im Garten.

…neue Lektüre und Kinder-Hörspiele aus der Stadtbibliothek. Besondere Freude kam auf, als ich Ska-Rhythmen bei einem Lied von Petterson und Findus entdeckte. Ich werde mal meine alten Platten hervorkramen.

…ein gelungenes Vorstellungsgespräch. Vermutlich bin ich wegen des Einstiegszeitpunkts ausgeschieden, doch mit dem Gespräch an sich bin ich zufrieden.

…Bewegung beim Rudern und Joggen. Insbesondere freue ich mich darüber, dass ich mich nach dem Lauf-Desaster der letzten Woche erneut aufs Joggen eingelassen habe. Mein Arbeitskollege hatte mich hierzu motiviert. Mit einer kürzeren Strecke, einem langsameren Tempo und konzentrierterer Atmung bin ich gut durchgekommen.

…Geselligkeit und Austausch in meiner Rudergruppe. Wir genossen nach dem Rudern leckeres Essen und einen tollen Sonnenuntergang am Rheinufer. Eine Ruder-Freundin zeigte mir ihr Idol des Trickfilms, den ich Euch gern weiterempfehle, denn er hat jetzt einen Fan mehr. Tadaaa: Hombre McSteez (Link zur Youtube-Seite).

…gemeinsame Gartenarbeit am Vatertag mit Holz, Schleifpapier und Lasur. Schön, etwas gemeinsam schöner zu machen!

…zwei Museumsbesuche – wir müssen ja unsere Jahreskarte vor Ablauf noch in Anspruch nehmen… Eins von beiden war ein Freilichtmuseum mit freilaufenden Hühnern. Zusammen mit unseren freilaufenden Kindern gaben sie ein schönes Bild ab.

…emotionalen Halt durch meinen Mann. Ich bin froh und dankbar, dass ich nicht alleine bin mit meiner Trauer.

 

Meine Tops der Woche verlinke ich zu Daily Pia und Wilde Wölfin. Wie war Eure Woche? Wofür seid Ihr dankbar?


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Und wie macht Ihr das so? Unsere Vereinbarkeitsgeschichte

Heike von Das Elternhandbuch interessiert sich im Rahmen einer Blogparade für die Vereinbarkeitslösungen der Otto-Normal-Bevölkerung. Ich beschreibe unsere Geschichte gerne aus meiner Perspektive, denn die Frage Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit ist für mich präsenter als für meinen Mann.

Zum Zeitpunkt der ersten Schwangerschaft führten mein Mann und ich eine Fernbeziehung. Es war klar, dass wir allerspätestens zur Geburt einen gemeinsamen Hauptwohnsitz haben wollten. Ausschlaggebend für die Wahl des Wohnorts waren unsere Arbeitsverträge: meiner befristet und Projektgebunden, seiner unbefristet. Für die Elternzeit war geplant, dass ich die Familien- und Hausarbeit übernehme, mein Mann die Erwerbsarbeit. Acht Monate nach der Geburt begann ich, mich zu bewerben. Zunächst dachte ich, mit offenen Karten spielen zu müssen, wunderte mich jedoch darüber, dass ich keine einzige Einladung zum Vorstellungsgespräch erhielt. Ich strich Kind und Elternzeit aus meinem Lebenslauf, es prasselte an Einladungen. Zu einer Einstellung kam es jedoch erst, nachdem das zweite Kind geboren war. Ich vermute, dass es für den Arbeitgeber sicherer so ist, da ich mit zwei Kindern bereits die Statistik erfülle.

In den ersten acht Monaten ab Einstellung in meinem neuen Job (20 Stunden pro Woche) hatten wir für beide Kinder keine umfassende Kinderbetreuung. Der Große besuchte an zwei Vormittagen die Woche eine private Kita. Mein Mann ermöglichte mir also meine Arbeit, indem er ebenfalls 20 Stunden pro Woche Teilzeit in Elternzeit arbeitete und wir uns für acht Monate gemeinsam um alles kümmerten. Rückblickend empfinde ich es als eine herrliche Zeit. Finanziell hat es uns nicht mehr gebracht, aber auch nicht (viel) weniger.

Seitdem der Große einen Ü3-Platz in einer kirchlichen Einrichtung hatte und der Kleine einen Tagesvater im Nachbardorf besuchte, widmete sich mein Mann wieder vorwiegend der Erwerbsarbeit. Morgens machte und macht er die Kinder fertig und bringt sie in die Tagespflege, damit ich um 6:30 Uhr losfahren konnte, um nicht in den Berufsverkehr zu geraten und meine Stunden voll bekommen zu können. Ich holte die Kinder ab, kümmerte mich nachmittags um sie und erledigte nebenbei den Haushalt. Das ging lange Zeit gut, bis mir plötzlich alles zu viel wurde. Ich wollte morgens nicht mehr aufstehen und brach bei jedem falsch verstandenen Wort in Tränen aus. Ich glaube, ich war nahe dran am Mama-Burnout. Ich ließ mich das erste Mal in meinem Leben krank schreiben. Wir nutzten die Zeit, um Aufgabenverteilung und das zeitliche Ausmaß aller Arbeiten (Familie, Job, Haushalt) transparent zu machen und neu zu verteilen. Ich bin seitdem den größten (Wäsche-) Berg los. Ehrlich gesagt musste ich mich schon damit anfreunden, dass die saubere Wäsche anders aussieht als wenn ich sie gemacht hätte. Aber dafür habe ich viel mehr Zeit und Entspannung gewonnen. Im Moment geht es uns beiden mit der Aufteilung gut so wie es ist. Ansonsten müssen wir erneut verhandeln.

 

Fazit: Bei uns gibt es keine Entscheidung für ein Modell. Meine Erfahrung zeigt, dass man mit dem gehen muss, was aktuell und sinnvoll in der Familie ist, so dass es jedem Familienmitglied damit gut geht.


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12 von 12 im Mai 2015

Am heutigen 12 von 12 darf ich Euch mit zu meiner Arbeit nehmen. Leider war der Akku meiner Kamera leer und das Ladegerät verlegt, daher gibt es „nur“ Handyfotos.

Auf dem Weg zu meiner Arbeit genieße ich den tollen Ausblick. Bei klarer Sicht kann man sogar den Kölner Dom erkennen.

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Schon als Kind liebte ich Drehtüren. Und ratet mal, was es bei meiner Arbeit gibt? Genau. Ich freue mich mehrmals pro Woche, zweimal täglich, dass ich dadurch gehen darf.

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Bullaugen üben eine gewisse Faszination aus.

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Nun aber flugs zu meinem Arbeitsplatz. Pflanzen von mir, gerahmte Fußballaktie von meinem Kollegen. Genderkonforme Aufteilung der Bürodeko, oder?

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Nach getaner Arbeit geht es zu den verschiedenen Kinderabholstationen. Eins konnte ich schon einsammeln.

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Am Nachmittag machen wir es uns im Garten gemütlich. Hier seht Ihr mein Experiment. Es hatte mir nämlich die Kursleiterin des Piklerkurses damals gesagt, dass Kinder Süßes und Obst verzehren, wenn man ihnen beides anbietet. Bei meinen Kindern scheint es nicht so zu sein. Als erstes waren die Gummibärchen weg, dann die Schokolade, danach die Gummikirschen (die sehen dem Obst ja auch verdächtig ähnlich). Das Obst durfte ich fast alleine aufessen.

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Das hier war einst ein kleines Rosmarinpflänzchen, das ich im Supermarkt kaufte. Nach ca. zwei Jahren im Garten ist es über einen Meter hoch.

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Wasserspiele werden beschlossen.

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Nur nebenbei, Holz braucht der kleine Mann.

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Ich dagegen brauche etwas für die Harmonie… und probiere einen neuen Tee aus.

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Zum Abendessen gibt es Resteverwertung. Ich muss zugeben, es schmeckt besser als es aussieht.

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Nach dem Rudern ein letzter Blick auf den Rhein. Wie schön kann das Leben sein!

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Mehr 12 von 12 findet Ihr bei Caro von Draußen nur Kännchen.