Wurzeln und Flügel


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Mach Dein Denken zu einem Danken 16/2015 und Achtsamkeit #14

“Wir sind es selbst, die die heilsame Wirkung unserer liebevollen Gedanken erfahren.”
aus “Sei liebevoll umarmt” (KW 14) von Thich Nhat Hanh

Ärger und negative Gedanken machen etwas mit unserem Körper. Man kann sie förmlich spüren und meistens tun sie nicht gut. Gelingt es Dir den Ärger zu wandeln? Oder Deinen Fokus auf das Positive zu legen? Das Führen einer Dankbarkeitsliste ist meiner Meinung nach ideal dafür. Diese Woche bin ich dankbar für…

…eine ruhige Woche mit Kindern zu Hause. Der Große hat seine Freundschaften zu den Nachbarskindern intensiviert. Ich genieße die Leichtigkeit, mit der die Kinder kommen und gehen, mal hier, mal drüben spielen.

…das Treffen im Mamakreis mit Kindern. Mittlerweile spielen die Kinder so super und eigenständig miteinander, dass wir Unterhaltungen über mehrere Minuten führen können.

…Rudern zum Wochenausklang. Tolle Mannschaft, mit der zehn Dicke uns nur schneller machten und nicht zum Kentern brachten.

…den spontanen Besuch meiner Eltern bei uns mit leckerem Essen, das sie aus einer türkischen Imbissbude mitbrachten. Besonders die Linsensuppe hat es mir angetan. Mhh.

…einen wundervollen Sonntag mit Exklusivzeit mit meinem Großen – noch dreijährigen Sohn. Wir besuchten zum ersten Mal ein Kindertheater zusammen mit einer Freundin und ihrer Tochter. Den Nachmittag ließen wir am Rheinufer mit Steine ins Wasser werfen ausklingen. Und ich bin durch die Fahrradtour noch zu ausreichend Bewegung gekommen.

 

Meine Tops der Woche verlinke ich zu Mama Miez und Wilde Wölfin. Wie war Eure Woche? Wofür seid Ihr dankbar?


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#Glücklichmacher oder Achtsamkeit #13

„Es gibt keinen Weg zum Glück. Glück ist der Weg.“
aus „Sei liebevoll umarmt“ (KW 13) von Thich Nhat Hanh

Oft bedarf es nur eines Entschlusses, um glücklich zu sein. Falls ich diesen Entschluss einmal vergessen sollte, möchte ich mich mit Hilfe dieser Liste daran erinnern, in welchen Situationen ich mich in der Regel glücklich fühle. Gleichzeitig teile ich meine fast zehn #Glücklichmacher mit JesSi von feierSun, die in ihrer Blogparade dazu aufgerufen hat.

1. Körperliche Bedürfnisse
Sind meine Grundbedürfnisse nach Nahrung, Wärme, Zärtlichkeit, Hygiene, Bewegung und Schlaf gedeckt, bedeutet dies mindestens die halbe Miete für mich.

2. Selbstwirksamkeit
Ich plane, ich entscheide, ich übernehme die Verantwortung. Das fühlt sich ziemlich… erwachsen und stark an.

3. In Kontakt mit anderen sein
Aus dem Kontakt mit meiner Familie und mit Freunden schöpfe ich so viel: Liebe, Empathie, Zugehörigkeit, Vertrauen, Wertschätzung, Geborgenheit, Gemeinschaft und Unterstützung. Und bestimmt noch mehr.

4. Kreativität
Musik machen, tanzen, malen, töpfern, kochen – hier zeichnet sich eine lustvolle Mischung aus Spiel und Selbstwirksamkeit ab.

5. Lernen und Wachsen
Ich bin zwar er-wachsen, doch ich lerne immer noch dazu. Es bereitet mir Freude, Neues kennenzulernen, Dinge zu verstehen und Herausforderungen zu meistern.

6. Spiel
Am meisten fasziniert mich das Rollenspiel wie z.B. beim Theater oder mit meinen Kindern. Mensch ärgere Dich nicht tut es auch – zur Not.

7. Spirituelle Verbundenheit
Die Schönheit des Universums versetzt mich immer wieder in Staunen. Wie ein Kind, das zum ersten Mal Schnee bewusst wahrnimmt. Um das zu erleben muss man nicht einmal um die Erde fliegen. Vor Deiner Nase gibt es viel zu entdecken…

8. Beitragen
Ich trage gern bei. Manchmal braucht es nur eine Gelegenheit.

9. Feiern/ Bedauern
Sei es die Erfüllung eines Wunsches oder der Verlust eines Liebgewonnenen, beides will gebührend gefeiert bzw. bedauert werden. Dadurch kann ich reflektieren und meine Wertschätzung mitteilen.

Was macht Euch glücklich?

 


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Wie gelingt das verständnisvolle Zuhören in Konfliktsituationen? oder Achtsamkeit #11

„Nur tiefes Zuhören können die falschen Wahrnehmungen abbauen, die die Wurzel aller Konflikte und Gewalt sind.“
aus „Sei liebevoll umarmt“ (KW 11) von Thich Nhat Hanh

Dem Zitat ist nichts hinzuzufügen. Oder?

Nur warum fällt es uns so schwer, in einem Konflikt die Not des anderen heraus zu hören? Warum geraten wir so leicht ins Beschuldigen?

Wir sind alle groß geworden in einem System von Schuld und Scham. Wenn wir etwas „verkehrt“ gemacht haben, versuchen wir uns meist zu entSCHULDigen statt zu sagen, es tut mir leid, dass ich dieses oder jenes bei Dir ausgelöst habe. Ich vermute in über 95% der Fälle liegt der Grund für das „falsche“ Verhalten nicht darin, jemanden extra zu verletzen oder zu ärgern. Dennoch hat sich dieser Weg in uns gefestigt. Gibt es einen Auslöser, ein Ärgernis fahren wir auf unserer inneren Autobahn mit 200 km/h. Alternative Wege müssen erst hart erarbeitet werden wie ein neuer Pfad durchs Dickicht des Dschungels. Nach und nach wird aus dem Pfad ein Weg und aus dem Weg eine Straße. Bleib auf der Suche nach einem anderen Pfad, doch sei geduldig mit Dir.

In einem Konflikt sagt mein zum Zuhören gewillter Anteil: „Wie bitte? Was? Ich versteh nichts – es ist so laut hier!“ Kein Wunder – bei den hochkochenden Emotionen, den vielen, lauten Hilferufen meiner unerfüllten Bedürfnisse. Jedes Einzelne will gehört werden. Zu dumm, dass es dem Gegenüber vermutlich ähnlich geht. Wenn wir auf unseren Standpunkten verharren, kommen wir nicht zum tiefen Zuhören. Stattdessen?

Stattdessen können wir üben, uns selbst nicht so wichtig zu nehmen. Vielleicht können wir uns selbst sagen: „Ja, liebe Emotionen und Bedürfnisse, ich sehe Euch, doch zuerst möchte ich meinem Gegenüber zuhören.“ Oder vielleicht noch besser, weil effektiver, können wir versuchen, uns selbst einen stillen Empathie-Quickie zu geben. Mein Onkel erzählte einmal, dass er in einem Streit mit seiner Frau sich auf das Vertrauen und die Liebe zwischen ihnen fokussiere. Eine sehr schöne Idee wie ich finde, ausprobiert habe ich sie noch nicht. Meine Yoga-Lehrerin versucht die Geschwindigkeit in der Kommunikation zu reduzieren. Als konkrete Handlungsmöglichkeit könne man sich erst ein Timeout gönnen und im Gespräch eine Stoppuhr zu Hilfe nehmen. Jeder bekommt dieselbe Redezeit, währenddessen das Gegenüber nur zuhören darf. Bezugnehmen ist erst in der eigenen Redezeit erlaubt.

Dies sind ein paar Vorschläge zum besseren Zuhören in Konfliktsituationen. Mich interessiert wie Ihr es schafft, im Streit dem Gegenüber verständnisvoll zuzuhören?


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Beziehungsarbeit oder Achtsamkeit #10

„Man kann nicht lieben, ohne zu verstehen.“
aus „Sei liebevoll umarmt“ (KW 10) von Thich Nhat Hanh

„Du verstehst mich nicht!“ So oder so ähnlich beginnen häufig Streitereien, bei denen der eine oder die andere beleidigt von dannen zieht und schmollt. Verstanden werden wollen ist auch meine Lieblingsstrategie zu einer innigen Beziehung. Wenn ich von mir ausgehe: erst wenn ich die Beweggründe und darin die Schönheit der Bedürfnisse erkannt habe, dann stellt sich bei mir eine innere Weite ohne Urteile ein. Jedes Bedürfnis ist gleichwertig.

Das heißt jedoch nicht, dass ich einer Meinung über die gewählte Vorgehensweise (Strategie) sein muss. Beispielsweise bin ich ärgerlich, wenn mein fast Vierjähriger sich nicht selbst anziehen will – obwohl er es definitiv kann -, weil er mich dadurch entlasten würde. Auf seiner Seite sehe ich die Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit und Zuwendung, die er sich durch von-Mama-anziehen-lassen erfüllen möchte. Aufmerksamkeit schenke ich ihm gerne. Lieber würde ich dies durch Vorlesen, Mensch-ärgere-Dich-nicht Spielen oder gemütlich im Bett kuscheln machen.

Desweiteren glaube ich, dass man in einer Beziehung nicht alles verstehen muss. Manchmal reicht auch das Vertrauen in die Verbindung aus. Doch die Bereitschaft zum Verstehenwollen stellt eine Ebene dar, auf der man gut miteinander arbeiten kann. Beziehungen kosten auch Arbeit, die sich in den meisten Fällen lohnt.

L1090639

 


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Achtsamkeit #9

„Wenn wir unserem Körper erlauben, sich zu entspannen, entfalten sich unsere Selbstheilungskräfte ganz von selbst.“
aus „Sei liebevoll umarmt“ (KW 9) von Thich Nhat Hanh

Lange habe ich gezögert, etwas zu dem Spruch der Woche etwas zu schreiben, denn das Konzept der „Selbstheilungskräfte“ ist nicht ganz meins. Ich halte es für ziemlich gefährlich, Patienten zu sagen, entspann Dich nur, dann wirst Du wieder gesund, Dein Körper richtet es von selbst. Heute las ich jedoch etwas im Deutschen Ärzteblatt, das mich meine Meinung ändern ließ.

Emotionale Ausnahmesituationen wie Wutausbrüche oder große Angst könnten das Risiko für einen Herzinfarkt kurzfristig um ein Vielfaches erhöhen.“ Die Filmszenen, in denen ein Mann sich aufregt, sich ans Herz fasst und Tod zusammenbricht, sind gar nicht so realitätsfern.

Alltagsnöte und Sorgen können bei jüngeren Patienten die Erholung nach einem Herzinfarkt behindern.“ Mein Herz wird vor Kummer schwer. Mein Herz zerspringt vor Sorge. So oder so ähnlich sagt der Volksmund. Vielleicht kannte der schon früher den möglichen Zusammenhang.

Das chronische Erschöpfungssyndrom […] hinterlässt möglicherweise doch Spuren im Immunsystem.“ Wir sind ein ziemlich variables System.

Kurz gesagt, Gefühle können unseren Körper beeinflussen. Wenn Du gut für Deinen Körper sorgen willst, achte auch auf Deine Gefühle.