Wurzeln und Flügel


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Mein Blog, Dein Blog, unsere Blogosphäre – Teil 2 #bloggerhausen

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In Teil 1 der Blogparade #bloggerhausen von Jessi (Terrorpüppi) befassten sich die Teilnehmer mit ihrem eigenen Blog. In Teil 2 geht es darum, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken, sich gegenseitig vorzustellen und ein bischen zu coachen. Mir wurden folgende Blogs zugelost: Kellerbande, Limalisoy und Mama mit Macken. Die Kellerbande war mir durch die monatliche „Best of“-Blogparade bereits bekannt. Die anderen lernte ich durch #bloggerhausen kennen. Heute darf ich sie Euch vorstellen.

Kellerbande
Die Autorin Anja, die mit ihrem Mann und zwei Kindern (Jg. 2012 und 2014) zusammenlebt, liebt es anscheinend bunt und verspielt, was sich im Design wiederspiegelt. Es gibt regelmäßige Reihen wie „Motorikspiele am Mittwoch“ an jedem dritten Mittwoch des Monats, „Mein bester Elternblogbeitrag des Monats“ an jedem ersten des Monats und ein Wochenmotto, in dem sie verschiedene Texte zitiert. Mir gefällt besonders die vielfältige Mischung ihrer Blogposts, unter anderem mit Gedichten und Zitaten. Auf ihrer Seite vermisse ich eine Blogroll, da mir das zusätzliche Informationen über die Autorin und eventuelle Gemeinsamkeiten gibt. Diese Artikel haben mir gut gefallen bzw. mich inspiriert: Motorikspiele mit Knete und Entscheidungen.

Limalisoy
Die multipassionierte Yvonne, alleinerziehend und Mutter zweier Kinder (Jg. 2007 und 2011) ist kürzlich auf ihre eigene Domain umgezogen. Sie schreibt über ihren Alltag und ihre Depressionen, zeigt Kunstprojekte aus ihrer Schule und stellt Bücher vor. Ihr ansprechendes, klares Blogdesign lädt zum Verweilen ein. Die abwechslungsreiche Mischung trägt zu Inspiration und Leichtigkeit bei. Ihre ehrlichen Texte über ihre Depressionserkrankung haben mich besonders berührt (z.B. hier und hier). Als Angehörige bzw. Freundin zweier Betroffener bin ich für die Darstellung ihrer Sichtweise und Hilfestellung dankbar. Weiter so!

Mama mit Macken
Die Autorin mit dem Pseudonym „Mama mit Macken“ ist alleinerziehende Mutter einer dreijährigen Tochter und möchte mit ihren Texten anderen Müttern Mut machen, Fehler zu begehen, unperfekt zu sein und sich wohl damit zu fühlen. Ihre Einstellung finde ich super! Das Blogdesign ist puristisch und passend zu ihrer Reihe „Shades of pink“. Auf den ersten Blick schreckten mich die langen Texte ab. Als Auflockerung würde ich mir daher ein paar Bilder oder Sub-Überschriften wünschen. Nach dem Einstieg fand ich tolle, authentische und informative Texte auf ihrem Blog, z.B. über „Familienhebammen: Engel oder Teufel“ – wusste ich gar nicht, dass es sowas gibt – oder über „Was heißt eigentlich „normal“?„.

Vielleicht ist ja etwas für Euch dabei. Viel Spaß beim Lesen!


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DDR-Familiengeschichten, ausgeplaudert von der Schwiegertochter

Tief im Westen geboren und doch über die DDR erzählen wollen? Mein Mann, ein gebürtiger Thüringer, und ich führen eine „binationale“ Ehe. Dadurch kann ich mich zwar nicht komplett in seine Gefühlswelt was die DDR betrifft hinein versetzen und Erlebtes schon gar nicht bewerten, aber im Laufe der Jahre habe ich einiges mitbekommen. So möchte ich mit diesen #DDRGeschichten eine weitere Facette zu Sonjas – Mama notes Blogparade „Erzählt von der DDR! Finding Europe – Elternschaft anderswo“ beitragen.

Meine Schwiegermutti studierte und promovierte in Biologie als einzige Tochter eines Ingenieurs und Professors. Während ihrer Arbeit als Tutorin an der Universität lernte sie ihren Mann, einen Studierenden der Medizin kennen. Sein Wunschstudium konnte er erst nach einer Ausbildung verwirklichen. Als Paar hielten beide zusammen und unterstützten sich ein Leben lang, wo es nur ging. D.h. sie verdiente anfangs das Geld, um ihn in seinem Studium zu unterstützen. Auch als das erste Kind kam, waren sie auf ihr bzw. beide Gehälter angewiesen. Dass meine Schwiegermutti arbeitete, war also sozial erwünscht und notwendig für die Familie. Aus den Aussagen meines Schwiegervatis, dass er gar nicht wisse wie man Kinder wickelt und er sich, wenn er allein ist, am liebsten aus Konservendosen ernähre, schließe ich, dass Kinder und Haushalt weiterhin Frauensache waren.

Die Not macht erfindungsreich… meine Schwiegermutti bastelte sich aus Gardinen ein Tragesystem, so dass sie die Säuglinge während der (Haus-)Arbeit bei sich und die Hände frei haben konnte. Da beide Schwiegereltern Akademiker waren, erhielten sie keine staatliche Kinderbetreuung. Mein Schwager wuchs unter der Woche bei seiner Oma im Thüringer Wald auf. Sieben Jahre später, als mein Mann geboren war, waren meine Schwiegereltern noch immer auf die tatkräftige Unterstützung aus der eigenen Familie angewiesen. Wegen des kindlichen Asthmas meines Mannes zog die Familie häufig um und näherte sich nach und nach der heilsamen Ostseeluft. Bis sie vom damals stickigen Jena aus am Meer angekommen waren, wurde mein Mann als Kind regelmäßig für mehrere Monate pro Jahr u.a. an die Ostsee zur Kur geschickt. Persönliche Päckchen mit Geschenken wurden von der Kuranstalt geöffnet und die Geschenke an alle Kinder verteilt. Nach einem der letzten Kuraufenthalte erkannte er seinen Bruder nicht wieder, weil dieser sich in den wenigen Monaten durch die Pubertät stark verändert hatte. Alle litten unter den emotionalen Ausrufen: „Du bist nicht mein Bruder!“ Sie einigten sich darauf, dass er der neue Bruder wäre, aber es auf jeden Fall noch einen anderen Bruder gibt.

Mein Schwiegervati machte Karriere, Schwiegermutti kümmerte sich indes um Kinder, Haushalt und um ihre Arbeit.

Ich ziehe meinen Hut vor ihr.

 

Text geändert am 23.5.2015


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Und wie macht Ihr das so? Unsere Vereinbarkeitsgeschichte

Heike von Das Elternhandbuch interessiert sich im Rahmen einer Blogparade für die Vereinbarkeitslösungen der Otto-Normal-Bevölkerung. Ich beschreibe unsere Geschichte gerne aus meiner Perspektive, denn die Frage Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit ist für mich präsenter als für meinen Mann.

Zum Zeitpunkt der ersten Schwangerschaft führten mein Mann und ich eine Fernbeziehung. Es war klar, dass wir allerspätestens zur Geburt einen gemeinsamen Hauptwohnsitz haben wollten. Ausschlaggebend für die Wahl des Wohnorts waren unsere Arbeitsverträge: meiner befristet und Projektgebunden, seiner unbefristet. Für die Elternzeit war geplant, dass ich die Familien- und Hausarbeit übernehme, mein Mann die Erwerbsarbeit. Acht Monate nach der Geburt begann ich, mich zu bewerben. Zunächst dachte ich, mit offenen Karten spielen zu müssen, wunderte mich jedoch darüber, dass ich keine einzige Einladung zum Vorstellungsgespräch erhielt. Ich strich Kind und Elternzeit aus meinem Lebenslauf, es prasselte an Einladungen. Zu einer Einstellung kam es jedoch erst, nachdem das zweite Kind geboren war. Ich vermute, dass es für den Arbeitgeber sicherer so ist, da ich mit zwei Kindern bereits die Statistik erfülle.

In den ersten acht Monaten ab Einstellung in meinem neuen Job (20 Stunden pro Woche) hatten wir für beide Kinder keine umfassende Kinderbetreuung. Der Große besuchte an zwei Vormittagen die Woche eine private Kita. Mein Mann ermöglichte mir also meine Arbeit, indem er ebenfalls 20 Stunden pro Woche Teilzeit in Elternzeit arbeitete und wir uns für acht Monate gemeinsam um alles kümmerten. Rückblickend empfinde ich es als eine herrliche Zeit. Finanziell hat es uns nicht mehr gebracht, aber auch nicht (viel) weniger.

Seitdem der Große einen Ü3-Platz in einer kirchlichen Einrichtung hatte und der Kleine einen Tagesvater im Nachbardorf besuchte, widmete sich mein Mann wieder vorwiegend der Erwerbsarbeit. Morgens machte und macht er die Kinder fertig und bringt sie in die Tagespflege, damit ich um 6:30 Uhr losfahren konnte, um nicht in den Berufsverkehr zu geraten und meine Stunden voll bekommen zu können. Ich holte die Kinder ab, kümmerte mich nachmittags um sie und erledigte nebenbei den Haushalt. Das ging lange Zeit gut, bis mir plötzlich alles zu viel wurde. Ich wollte morgens nicht mehr aufstehen und brach bei jedem falsch verstandenen Wort in Tränen aus. Ich glaube, ich war nahe dran am Mama-Burnout. Ich ließ mich das erste Mal in meinem Leben krank schreiben. Wir nutzten die Zeit, um Aufgabenverteilung und das zeitliche Ausmaß aller Arbeiten (Familie, Job, Haushalt) transparent zu machen und neu zu verteilen. Ich bin seitdem den größten (Wäsche-) Berg los. Ehrlich gesagt musste ich mich schon damit anfreunden, dass die saubere Wäsche anders aussieht als wenn ich sie gemacht hätte. Aber dafür habe ich viel mehr Zeit und Entspannung gewonnen. Im Moment geht es uns beiden mit der Aufteilung gut so wie es ist. Ansonsten müssen wir erneut verhandeln.

 

Fazit: Bei uns gibt es keine Entscheidung für ein Modell. Meine Erfahrung zeigt, dass man mit dem gehen muss, was aktuell und sinnvoll in der Familie ist, so dass es jedem Familienmitglied damit gut geht.


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12 von 12 im Mai 2015

Am heutigen 12 von 12 darf ich Euch mit zu meiner Arbeit nehmen. Leider war der Akku meiner Kamera leer und das Ladegerät verlegt, daher gibt es „nur“ Handyfotos.

Auf dem Weg zu meiner Arbeit genieße ich den tollen Ausblick. Bei klarer Sicht kann man sogar den Kölner Dom erkennen.

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Schon als Kind liebte ich Drehtüren. Und ratet mal, was es bei meiner Arbeit gibt? Genau. Ich freue mich mehrmals pro Woche, zweimal täglich, dass ich dadurch gehen darf.

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Bullaugen üben eine gewisse Faszination aus.

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Nun aber flugs zu meinem Arbeitsplatz. Pflanzen von mir, gerahmte Fußballaktie von meinem Kollegen. Genderkonforme Aufteilung der Bürodeko, oder?

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Nach getaner Arbeit geht es zu den verschiedenen Kinderabholstationen. Eins konnte ich schon einsammeln.

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Am Nachmittag machen wir es uns im Garten gemütlich. Hier seht Ihr mein Experiment. Es hatte mir nämlich die Kursleiterin des Piklerkurses damals gesagt, dass Kinder Süßes und Obst verzehren, wenn man ihnen beides anbietet. Bei meinen Kindern scheint es nicht so zu sein. Als erstes waren die Gummibärchen weg, dann die Schokolade, danach die Gummikirschen (die sehen dem Obst ja auch verdächtig ähnlich). Das Obst durfte ich fast alleine aufessen.

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Das hier war einst ein kleines Rosmarinpflänzchen, das ich im Supermarkt kaufte. Nach ca. zwei Jahren im Garten ist es über einen Meter hoch.

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Wasserspiele werden beschlossen.

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Nur nebenbei, Holz braucht der kleine Mann.

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Ich dagegen brauche etwas für die Harmonie… und probiere einen neuen Tee aus.

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Zum Abendessen gibt es Resteverwertung. Ich muss zugeben, es schmeckt besser als es aussieht.

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Nach dem Rudern ein letzter Blick auf den Rhein. Wie schön kann das Leben sein!

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Mehr 12 von 12 findet Ihr bei Caro von Draußen nur Kännchen.

 

 


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Welche Normen und Werte aus Deiner eigenen Kindheit begleiten Dich?

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Biographiearbeit. Ursprünglich wollte ich damit mehr über meine Eltern und dadurch über mich erfahren. Des Weiteren freute und freue ich mich als Nebeneffekt über eine gestärkte Verbindung zu meinen Eltern. Überrascht war ich, als ich merkte, dass die Beschäftigung mit den eigenen Themen auch einiges in Bezug auf meine Kinder auslöste. Ein paar Fragen schwirren mir dazu in meinem Kopf herum. Welche? Seht selbst:

1. Welche Werte und Normen waren in Deiner Kindheit wichtig?
2. Wie hast Du die Werte und Normen Deiner Eltern (bzw. Sorgeberechtigten) damals empfunden?
3. Welche Normen hatten positive Folgen in Deinem späteren Leben, welche hatten negative?
4. Welche Werte und Normen gibst Du bewusst oder bisher unbewusst an Deine Kinder weiter?
5. Wie war in Deinem Leben das Verhältnis von Begrenzung und Freiheit? Gruppenzugehörigkeit und Individualität?
6. Wie empfindest Du das Verhältnis heute?
7. Gibt es Vorbilder oder Ideale in Deinem Leben? Wenn ja, welche?
8. Wie möchtest Du überhaupt nicht sein? Benenne dafür drei Adjektive.
9. Welches ist eins der wichtigsten Erlebnisse (gute und schlechte) aus Deiner Kindheit?
10. Was war in Deinem bisherigen Leben die größte Herausforderung? Was konntest Du daraus lernen?
11. Wie möchtest Du von Deinen Kindern in Erinnerung behalten werden?

An Jessis soziologischer Bloggerstudie im Rahmen des Liebster Awards habe ich hier teilgenommen. Vielen Dank nochmal für die Anfrage! Zum Kettenbrief gehört es auch, sich selbst Fragen auszudenken. Das war nicht einfach. Die Fragen, die sich Blogger seit geraumer Zeit untereinander stellen, wiederholen sich. Nun habe ich überlegt, was einerseits für mich aber auch für die Teilnehmenden interessant wäre und bin bei dem Themenfeld Normen und Werte gelandet. Ich kann mir vorstellen, dass die Fragen für einige zu persönlich sein könnten, um die Antworten zu veröffentlichen. Dennoch würde ich Euch die Beschäftigung mit meinen Fragen gern nahe legen, auch im stillen Kämmerlein. Über eine Rückmeldung freue ich in jedem Fall.

Die Nominierten:
(auch auf die Gefahr hin, dass einige von Euch den Liebster Award mehrfach erhalten)

Villa Schaukelpferd
Papa mit Hut
Grosse Köpfe
feierSun
Das zweite Kind sind Zwillinge
Mama on the rocks
Frl. 0.2
Die gute Kinderstube
Werden und Sein

 

Die Regeln an die Nominierten:

  • Danke der Person, die Dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Artikel (also mich).
  • Beantworte die 11 Fragen, die Dir der Blogger, der Dich nominiert hat, stellt.
  • Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1000 Follower haben.
  • Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für Deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in Deinen Liebster Award-Blog-Artikel.
  • Informiere Deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.