Wurzeln und Flügel


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Achtsamkeit #3 und Mach Dein Denken zu einem Danken

„Wir glauben, wenn wir nichts tun, vergeuden wir unsere Zeit. Das ist nicht wahr. Unsere Zeit ist zunächst für uns da, um zu sein.“
aus „Sei liebevoll umarmt“ (KW 3) von Thich Nhat Hanh

Wie häufig denke ich, ich habe noch zehn Minuten bis ich die Kinder abholen muss. Wenn sie um mich herum tollen, kann ich Telefonate, Einkäufe, dieses und jenes nicht mehr ungestört erledigen. Schließlich will die kostbare Zeit gut genutzt sein. Bin ich tatsächlich glücklicher, wenn ich meinen Fokus aufs Handeln, statt aufs Sein lege? Mit der nötigen inneren Ruhe und Gelassenheit können Einkäufe mit Kindern sogar Spaß machen! Doch die innere Ruhe kommt bestimmt nicht vom durch den Tag hetzen. Diese Worte nehmen mir Druck und stellen für mich eine Anregung dar, die kommende Woche mehr auf das Sein zu achten.

Ich beginne mit einem Rückblick im Rahmen meiner Dankbarkeitsübung. Meine Tops der Woche:

  1. Das Weihnachtsgeschenk meines Mannes an mich bestand aus einem Konzertbesuch. Ich genoss die Zeit als Paar und die klassische Musik. Besonders die Sinfonie von Anton Bruckner hat es mir angetan. Die alles durchdringenden Töne zogen meine Aufmerksamkeit, so dass mein Gedankenkarrussell sich für eine geschlagene Stunde aufhörte zu drehen. Außerdem machten sie es mir schwer, an meinem Platz still sitzen zu bleiben. Am liebsten hätte ich mich nach alter Contact Improvisation Manier durch den Saal bewegt. Die Vorstellung allein zaubert ein Schmunzeln auf mein Gesicht.
  2. Meinen Schwiegereltern bin ich dankbar, dass sie sich während unseres Besuches bei ihnen um die Kinder gekümmert haben. Ich konnte trotz „fremder Umgebung“ relativ gut entspannen. Doch am besten entspanne ich zu Hause bzw. wenn ich unabhängig und eigenständig entscheiden kann. Daher freue ich mich auch, wieder daheim zu sein.
  3. Meiner Übungsgruppe für gewaltfreie Kommunikation danke ich für das empathische Zuhören. Immer wieder seid Ihr mir ein Spiegel und Netz zugleich.
  4. Ich bin absolut stolz auf mich, dass ich meinen Chef auf eine Vertragsverlängerung angesprochen habe. Ich finde Vertragsverhandlungen sehr unangenehm und habe es schon ein paar Mal vor mir her geschoben. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Und wenn man sich nur in der Komfortzone aufhält, ist wenig Platz für Neues. Zum Verhandeln habe ich nicht viel in der Hand. Ein Teilzeitjob in meinem Metier in der Nähe ist schwer zu finden, die Konkurrenz groß. Mein Chef weiß, dass ich keine großartigen Alternativen als Mutter mit zwei Kleinkindern habe. Und er nutzt meine Lage aus. Trotzdem stand ich zu mir und habe mir ganz dreist 35 Urlaubstage gewünscht, in der Hoffnung, dass es mindestens 30 Tage werden.
  5. An meinem kinderfreien Vormittag konnte ich ein paar Geschenkbastelideen verwirklichen und meine kuscheligen Haussocken fertig stricken. Hier habe ich sie kurz gezeigt.

Meine Tops der Woche verlinke ich zu Pünktchen und Viktoria, Mama Miez und Wilde Wölfin.

 

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Moms rock!

Die Kinder ins Bett zu bringen, das ist unsere unbeliebteste Aufgabe. Am Abend sind wir alle müde, nur die Kinder wollen es nicht akzeptieren. Meist ist es so, dass ich, bis sich alle bettfertig im Schlafzimmer befinden, eigentlich schon zu müde fürs Gute-Nacht-Programm bin. Wie häufig haben wir uns schon gewünscht, dass die Kinder einmal, nur ein einziges Mal, von allein sich bettfertig machen und friedlich in Bett gehen würden, um dort zu schlafen – und zwar bis zum nächsten Morgen.

Dieses Mal kann ich mich nicht davon stehlen wie ich es mir häufig vorstelle, denn mein Mann würde erst spät von seiner eintägigen Dienstreise kommen. Es ist soweit, ich darf die Kinder zum ersten Mal seit der Geburt unseres zweiten Sohnes allein ins Bett bringen. Eine Horrorvorstellung. Doch was man nicht ändern kann, muss man mit Gelassenheit nehmen und das Beste daraus machen. Als würde die innere Einstellung den weiteren Verlauf vorgeben, treffen sich meine Kinder und ich entspannt und vergnügt im Familienbett. „Was machst Du denn da?“ begrüßt mich mein Mann überrascht in der Tür stehend. Zugegebenermaßen sehe ich komisch aus. Mit meinem Bademantel bekleidet liege ich im Bett und wedele sanft mit dem Frotteegürtel. Wahrscheinlich ist es einer dieser Momente, in denen er sich die Kinder lieber weit weg wünscht. Links im Arm befindet sich jedoch unser Großer. Ich lese ihm ein Buch vor. „Schlafenszeit, kleiner Tiger“, die Augen fallen ihm fast zu. Ein glückliches Kind, wie herrlich. Ich könnte ihn ewig so betrachten. Zu meiner Rechten liegt unser Kleiner. Er spielt sich müde am Frotteegürtel. Noch ein glückliches Kind, wie wunderbar.

Und eine glückliche Mama. Ich habe es nicht nur geschafft, die Kinder allein ins Bett zu bringen, ich habe es richtig klasse gemacht. Ich bin gelassen geblieben und habe jedem Kind das angeboten, was es brauchte, um gut in den Schlaf zu finden. So kann es weiter gehen.

#momsrock: eine Blogparade zum Thema „Das habe ich wirklich gut gemacht in Bezug auf meine Kinder“ von Lucie Marshall.

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