Wurzeln und Flügel


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Diese Bücher, Kinder, müsst Ihr lesen

Na, habt Ihr schon bemerkt, dass ich gerne lese? Dazu beigetragen haben meine Mutter als Vorbild – auch wenn sie zu der Zeit vorwiegend Groschenromane wie „Julia“ las – sowie meine Oma und Großtante als dankbare und stets ermunternde Zuhörerinnen. Natürlich will ich die Leseleidenschaft gerne weitergeben. Im Moment bin ich kein gutes Vorbild. Doch damals in meiner Jugend verschlang ich zahlreiche Märchen, Meine Kinderbibel, Die drei ???, TKKG, Anne mit den roten Haaren, Der kleine Nick, Bullerbü, Michel, Pippi et al. Miri von Geschichtenwolke und Nico von Papa mit Hut fragen nach den Lieblingsbüchern aus meiner Kindheit, die ich an meine Kinder weitergeben will und nach der Geschichte dahinter.

Die kleine Raupe Nimmersatt
von Eric Carle
…habe ich im Kindergarten kennengelernt. Vermutlich war es eines der ersten Bücher, bei denen Kinder aktiv werden konnten. Denn ich fand es faszinierend, dass meine Fingerchen sich wie die kleine Raupe durch die Leckereien fressen konnten. Und am Ende erschien der wunderschöne Schmetterling. Dieses Buch – im Großformat – war das Geschenk zum 1. Geburtstag meines Großen, ist also schon längst in unserer Familie integriert.

Die Wawuschels mit den grünen Haaren
von Irina Korschunow
Meine Klassenlehrerin in der Grundschule las uns ab und zu ein Kapitel aus diesem Buch vor. Ich kann mich nicht mehr an den Inhalt erinnern, weiß aber noch, dass ich einige Bilder zu den Geschichten gemalt und mir eigene Geschichten dazu ausgedacht habe. Wenn mich etwas so beeindruckt hat, ist es vielleicht für meine Kinder ähnlich. Doch am liebsten will ich das Buch selbst noch einmal lesen.

Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse
von Christine Nöstlinger
Ein Kind aus der Konserve? Geliefert im Alter von sieben Jahren. Wo gibt es denn so etwas? Der überraschend wohlerzogene, kluge, brave und angepasste Konrad wird von seiner Freundin resozialisiert. Witzige Idee. Vermutlich habe ich mich mit dem Protagonisten identifiziert, ich war ziemlich brav als Kind. Das Buch liegt schon bereit. Ich habe es vor ein paar Jahren in der SZ-Reihe Junge Bibliothek wiederentdeckt. Es muss jedoch noch ein paar Jahre warten.

Momo
von Michael Ende
…habe ich mehrfach als Kind und Erwachsene gelesen. In unserer schnelllebigen Zeit ein wichtiger Beitrag zum Innehalten und Zuhören. Das Exemplar aus meiner Kindheit steht noch (oder schon?) im Bücherregal.

Ronja Räubertochter
von Astrid Lindgren
…wurde ebenfalls mehrfach von mir gelesen und zusammen mit den Kindern unserer Straße nachgespielt. Buden bauen, auf Bäume klettern, in der Natur herumstreichen. Herrlich wild sein. Mein Großer interessierte sich vor mehreren Tagen für das Buch, doch mit den Wilddruden und Graugnomen wurde es ihm anscheinend zu unheimlich. Wir haben das Buch aus meiner Kindheit vorerst vertagt.

Die unendliche Geschichte
von Michael Ende
Ich, zehn Jahre alt, lag im Krankenhaus und konnte mich vor Schmerzen nicht bewegen. Die Ärzte waren ratlos. Auf Untersuchung folgte Untersuchung, ohne Ergebnisse, die die Schmerzen erklären konnten. Es war eine sorgenreiche Zeit für unsere Familie. Meine Eltern, insbesondere mein Vater, lasen mir am Krankenbett aus diesem Buch vor. Es war eine willkommene Ablenkung von den schmerzhaften und ungewissen Umständen. Ich stellte mir vor, mein Krankenbett wäre die Turnmatte, auf der Bastian sein Buch liest, und ich würde ebenfalls nach Phantasien reisen. Das Exemplar aus meiner Kindheit steht noch (oder schon?) im Bücherregal.

Sofies Welt und Das Kartengeheimnis
von Jostein Gaarder
Beide Bücher habe ich während der Pubertät, während übelster Grübelzeit gelesen. Sie haben mich zum Nachdenken angeregt und mir die Schwarzseher-Brille erhellt. Natürlich habe ich solche für mich bedeutsamen Werke aufgehoben. Ich werde sie noch circa zehn Jahre hüten müssen, bis sie interessant für meine Kinder werden. Doch dank der Akzeleration soll die Pubertät heutzutage immer früher eintreten. Das hätte den Vorteil, dass wir wenigstens früher Sofies Welt lesen können. Denkfehler. Wahrscheinlich werde ich das Buch allein lesen und es meinen Kindern auf den Nachttisch legen, in der Hoffnung, dass sie es annehmen.

Welches sind die Lieblingsbücher aus Eurer Kindheit? Gibt es bei Euch auch Geschichten dahinter?

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Ein Kommentar

Unsere Lieblingskinderbücher

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Geschichten machen das Leben bunter und schöner. Lesen gehört für mich zum Leben wie das Salz zur Suppe. Ohne geht es zwar, doch schmecken würde es mir nicht. Meinen Kindern möchte ich das Tor in die Welt der lustigen, phantasievollen, ergreifenden, lehrreichen oder tiefgründigen Geschichten öffnen. Beim Großen ist der Funke definitiv schon übergesprungen. Mit seinen dreieinhalb Jahren hat er genügend Interesse und Sitzfleisch, um Räuber Hotzenplotz und derzeit Ronja Räubertochter zu verfolgen. Und die besten Kinderbücher sind die, an denen auch Erwachsene ihre Freude haben. Vier unserer aktuellen Lieblingskinderbücher möchte ich vorstellen.

 

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Mutig, mutig
von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer
Frosch, Maus, Schnecke und Spatz beschließen einen Wettkampf, wer von ihnen am mutigsten ist. Sie denken sich allerhand gewitzte Sachen aus. Doch was ist wahrer Mut? Das Buch regt auch Erwachsene zum Nachdenken an.

 

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Briefe vom Eichhorn an die Ameise
von Toon Tellegen und Axel Scheffler
Viele kleine, rührende Geschichten in Briefform – vorwiegend, aber nicht nur vom Eichhorn an die Ameise. Zum Beispiel der Hilferuf des Bären, der sich dringend einen Kuchen mit Honig oder zwei oder drei wünscht, weil er sonst elendiglich zu Grunde gehe. Letztendlich versammeln sich alle Tiere und feiern ein riesiges Fest zusammen mit dem Bären, zu dem jedes Tier natürlich einen Kuchen mitbringt.

 

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Rotschwänzchen was machst du hier im Schnee?
von Anne Möller
Wegen einer Verletzung kann das Rotschwänzchen nicht mit seinem Schwarm gen Süden fliegen und muss in der Kälte überwintern. Es hört sich bei den anderen Tieren im Wald um, wie sie es schaffen trotz Schnee Nahrung zu finden. So erfahren Protagonist und Leser gleichermaßen wie Igel, Wildschwein und Reh über den Winter kommen. Schön bebildert ist das Buch außerdem.

 

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Zogg
von Axel Scheffler und Julia Donaldson
Dies ist unsere neuste Errungenschafft, die sich der Große selbst im Laden nach langem Überlegen ausgesucht hat. Mit Drachen, Rittern und Prinzessinen sind wir im Reich der magischen Phantasie angekommen. Zogg ist ein ehrgeiziger Schüler der Drachenschule, der während des Lernens auch Missgeschicke und Niederlagen erfährt. Zum Glück gibt es Prinzessin Perle, die eigentlich keine Prinzessin sein will.

Und was lest Ihr so mit Euren Kindern? Über Anregungen freue ich mich jederzeit!