Wurzeln und Flügel


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Achtsamkeit #8

„Sorge Dich nicht. Lächele Dir zu.“
aus „Sei liebevoll umarmt“ (KW 8) von Thich Nhat Hanh

Nachts fährt mein Gedankenkarussell am liebsten. Ob ich von allein oder durch den Tritt eines Kinderfußes erwache, ist einerlei. Meist zwischen ein und drei Uhr morgens beginnt die Extra-Fahrt, ohne bewusst ein Ticket dafür gekauft zu haben. Ich bin hundemüde und bräuchte dringend Erholung, um für den kommenden Tag gewappnet zu sein. Und sobald ich das denke und dabei anfange, mich zu ärgern, nimmt das Gedankenkarussell an Geschwindigkeit auf. Ich rufe: „Hallo! Könnte jemand die Bremse betätigen? Ich will aussteigen, Hilfe!“ Nichts tut sich. Ich ärgere mich noch mehr, weil niemand mir hilft. Das Karussell wird schneller.

Moment.

Ich ärgere mich und es wird schneller? Bin ich etwa selbst für mein Gedankenkarussell verantwortlich? Das heißt, ich könnte es alleine stoppen? Was passiert, wenn ich an einen schlafenden Igel in seinem Bau denke? Ich probiere es aus. Ich werde ruhiger. Warm, sicher und geborgen fühle ich mich. Ich lächele mir zu und – schlafe ein.


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Moms rock!

Die Kinder ins Bett zu bringen, das ist unsere unbeliebteste Aufgabe. Am Abend sind wir alle müde, nur die Kinder wollen es nicht akzeptieren. Meist ist es so, dass ich, bis sich alle bettfertig im Schlafzimmer befinden, eigentlich schon zu müde fürs Gute-Nacht-Programm bin. Wie häufig haben wir uns schon gewünscht, dass die Kinder einmal, nur ein einziges Mal, von allein sich bettfertig machen und friedlich in Bett gehen würden, um dort zu schlafen – und zwar bis zum nächsten Morgen.

Dieses Mal kann ich mich nicht davon stehlen wie ich es mir häufig vorstelle, denn mein Mann würde erst spät von seiner eintägigen Dienstreise kommen. Es ist soweit, ich darf die Kinder zum ersten Mal seit der Geburt unseres zweiten Sohnes allein ins Bett bringen. Eine Horrorvorstellung. Doch was man nicht ändern kann, muss man mit Gelassenheit nehmen und das Beste daraus machen. Als würde die innere Einstellung den weiteren Verlauf vorgeben, treffen sich meine Kinder und ich entspannt und vergnügt im Familienbett. „Was machst Du denn da?“ begrüßt mich mein Mann überrascht in der Tür stehend. Zugegebenermaßen sehe ich komisch aus. Mit meinem Bademantel bekleidet liege ich im Bett und wedele sanft mit dem Frotteegürtel. Wahrscheinlich ist es einer dieser Momente, in denen er sich die Kinder lieber weit weg wünscht. Links im Arm befindet sich jedoch unser Großer. Ich lese ihm ein Buch vor. „Schlafenszeit, kleiner Tiger“, die Augen fallen ihm fast zu. Ein glückliches Kind, wie herrlich. Ich könnte ihn ewig so betrachten. Zu meiner Rechten liegt unser Kleiner. Er spielt sich müde am Frotteegürtel. Noch ein glückliches Kind, wie wunderbar.

Und eine glückliche Mama. Ich habe es nicht nur geschafft, die Kinder allein ins Bett zu bringen, ich habe es richtig klasse gemacht. Ich bin gelassen geblieben und habe jedem Kind das angeboten, was es brauchte, um gut in den Schlaf zu finden. So kann es weiter gehen.

#momsrock: eine Blogparade zum Thema „Das habe ich wirklich gut gemacht in Bezug auf meine Kinder“ von Lucie Marshall.

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