Wurzeln und Flügel


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Glücksmomente oder Achtsamkeit #6

“Doch wenn wir in der Gegenwart wirklich ganz präsent sind, werden wir sehen, dass wir mehr als genug Voraussetzungen haben, um glücklich zu sein.”
aus “Sei liebevoll umarmt” (KW 6) von Thich Nhat Hanh

Genau. Vieles geht im Alltag unter. Häufig frage ich mich rückblickend, was habe ich gemacht und wie habe ich mich gefühlt? Im ersten Moment bin ich frustriert, weil ich es nicht mehr weiß. Zeit zum Reflektieren nehme ich mir meist sonntags für meine Dankbarkeitsreihe. Und es tut mir gut.

Ich hatte einen alten gfk-Vertrauten per Mail um Unterstützung in Form eines Telefonats gebeten. Prompt rief er an. Er ist nicht der Einzige, der diese Bereitschaft zeigt. Ich fühle mich wunderbar getragen und ich freue mich, dass nach Jahren der Funkstille die Verbindung wieder da ist.

Eine Freundin aus dem Mama-Kreis feierte ihren Geburtstag nach. Ein geselliger Austausch fand statt und Leichtigkeit des Feiern machte sich breit.

Wir besuchten eine Freundin und ihre Kinder. Trotz trauriger Nachricht bin ich dankbar für die vertrauensvolle Verbindung.

Ich wollte an einer nachmittäglichen Telefonkonferenz teilnehmen. Eine Freundin aus dem Mama-Kreis übernahm meine Kinder und ermöglichte mir die Teilnahme.

Während des Besuchs bei einer Schulfreundin tauschten wir uns über alles mögliche aus und ich durfte ihre kleine Tochter kennenlernen. Babies sind ja so schnuckelig. Ich konnte mich selbst beobachten wie ich in eine höhere Stimmlage rutschte und anfing, Spökes mit der Kleinen zu machen.

Ein Nachmittag allein mit den Kids war zur Abwechslung mal ganz entspannend. Und lustig.

Yoga – Bewegung tut gut. Ich habe für mich gelernt, dass man in einer Übung, die erstmal nach dehnen und entspannen aussieht, immer einige wenige Muskeln aktiv hält. Dieselbe Übung mit Socken auf Parkettboden hat für den Aha-Effekt gesorgt.

Dank einer Freundin konnte ich meinem Großen den Wunsch erfüllen, schwimmen zu gehen. Allein mit zwei Kindern im Wasser finde ich es zu gefährlich. Zu zweit mit zwei Kindern war spitze!

Mein Mann ist unerwartet früh aufgestanden, so dass wir ein bischen Ruhe und Zweisamkeit vorm Erwachen der Kinder genießen konnten.

Meine Eltern kamen zu Besuch. Ich hatte ein wenig Zeit zum Nähen und wir haben gemeinsam lecker gegessen. Bilder zum Wochenende findet Ihr hier.

Wir besuchten den ersten Karnevalsumzug des Jahres. Ich mag die friedliche, fröhliche Stimmung auf den Veedelszügen. Meist sind mehr Familien und wenige Betrunkene anzutreffen. Dieses Jahr nimmt mein Großer den Karneval richtig wahr. Und den Kamelleregen. Eine Freude, Kindern beim Freuen zuzuschauen.

Meine Tops der Woche verlinke ich zu Pünktchen und Viktoria, Mama Miez, Super Mom und Wilde Wölfin.

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Beim zweiten Kind wird alles besser

Wird es besser? Wird es schlechter? Ich weiß es nicht. „Beim zweiten Kind wird alles anders“ klingt für mich logischer. Ich bin durch die Erfahrungen mit meinem Erstgeborenen ein anderer Mensch geworden. Ich weiß z.B., dass…

…ich mir für die erste Zeit mit Neugeborenem viel Ruhe und Unterstützung am liebsten durch meinen Mann wünsche, um als Familie anzukommen.
…der Babyblues dazugehört und halb so schlimm ist, wenn ich ihn annehme und zulasse.
…man auch mit wenig Schlaf auskommen kann.
…gut gemeinte Ratschläge besonders von fremden, älteren Damen mit dutzidutzidu-Gehabe gut gemeint sind. Wenn es mir zu viel wird, drehe ich mich um oder wechsele die Straßenseite.
…die Gabe von zuckerhaltigen Produkten bei unter-Einjährigen keine bleibenden Schäden hervorruft.
…die Trotzanfälle des Kleinkindes wieder vorbei gehen.
…Kekse oder Gummibärchen wichtig sind für die psychische Verfassung von Mutter und Kind.
…Schulmedizin sehr hilfreich sein kann.

Ich kenne die Telefonnummern der Kinderärztin und Kindernotärztlichen Ambulanz auswendig. Ich kenne mich bestens aus auf dem Gelände des Uniklinikums, speziell Notfallzentrum. Platzwunde nähen lassen mit Narkose reißt mich nicht mehr vom Hocker. Bei seltsam rasselnden Atemgeräuschen oder Ohrenschmerzen gebe ich direkt die Standardmedikation statt Stunden beim Kinderarzt zu verbringen. (Wenn das nicht helfen sollte, gehe ich natürlich zum Kinderarzt.)

Fazit: ich bin selbstbewusster und natürlich die Gelassenheit im Person geworden. Alle weiteren Kinder sind demnach ein Kinderspiel, oder?

CAVE: alle weiteren Kinder sind ebenfalls anders…

Dieser Post ist mein Beitrag für eine Blogparade von Mama on the rocks.


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Wie ich Mutter wurde

Mutter werden klingt ganz einfach. Nach mehr oder weniger Anstrengungen und Schmerzen macht es PLUMPS – das Kind ist da und Du bist Mutter, oder?

Ich wurde nicht dadurch Mutter, dass ich ein Kind geboren habe. Mutter wurde ich in einem langen Prozess. Und es war und ist für mich die größte Herausforderung in meinem Leben. Hätte ich vorher gewusst, was alles auf mich zukommen würde – ich hätte mich vielleicht anders entschieden. Zum Glück wusste ich es nicht und das ist auch gut so.

Als große Belastung habe ich damals die Umstellung von einer größtenteils selbstbestimmten Vollzeitarbeit auf fremdbestimmte, gefühlte 24-Stunden-Dienste an sieben Tagen der Woche empfunden. Meine Freiräume waren bis zur Einführung der Beikost spärlich. Mein Großer hat die ersten sechs Monate relativ viel geschrien, zu viel für meine Ohren und Nerven. Des Weiteren habe ich ihn im Tragetuch getragen, bis ich nicht mehr konnte. Wenn ich ihn dann ablegte, hatte ich also ein schreiendes Baby und Rückenschmerzen. Unter diesen Umständen den Haushalt zu organisieren, war nicht einfach.

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Während der ersten Woche in bzw. mit unserem neuen Leben war meine Hebamme für mich die größte Unterstützung. Dann kam die Zeit der Ohrstöpsel und des Atmen Übens. Nach und nach entwickelte sich ein stabiles Netz aus Müttern mit gleichaltrigen Babys. Wir trafen uns regelmäßig, um gemeinsam etwas zu unternehmen oder sich über Windeln, wunde Popos, Schlafen und Beikost auszutauschen. Später haben wir gegenseitig die Kinder gehütet, um uns so mehr Freiräume zu erschaffen. Wir treffen uns heute noch, zwar nicht mehr in engmaschigen Abständen wie am Anfang, doch immer noch regelmäßig. Es ist schön, die Kinder aufwachsen zu sehen. Zu beobachten, wie aus Winzlingen kleine Persönlichkeiten werden. Ich bin dankbar, dass es meine Mamis gibt und dass ich mit ihrer Unterstützung leichter in meine Mutterrolle reingewachsen bin.

Mehr über Mütterteams gibt es hier zu lesen. Bei Facebook gibt es eine Plattform, die“ Mütterteams NRW“ heißt. Vielleicht gibt es das ja bald für jedes Bundesland…